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Geschichte der Perücke

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Pharaonenzeit bis Römisches Reich

Altes ÄgyptenDie Geschichte der Perücke begann möglicherweise bereits im alten Orient, wenn man persischen und babylonischen Überlieferungen Glauben schenkt. Erste nachweisbare Spuren finden sich in der Pharaonenzeit: die älteste Perücke der Welt ist etwa 5000 Jahre alt und stammt aus dem alten Ägypten. Sie kann in einem Museum in Kairo bewundert werden und besteht aus Wolle, wobei man allerdings davon ausgehen kann, das zu jener Zeit vor allem Menschenhaare und auch Palmenfasern zur Herstellung von Perücken verwandt wurden. Sie waren pagenähnlich, wurden zu kleinen Zöpfen geflochten, reichten bis auf die Schulter und ließen damit das Gesicht des Trägers eckig wirken. Getragen wurden sie von Mann wie Frau zu feierlichen Anlässen, auf ihre sorgfältige Pflege verwendete man viel Zeit. Der Gebrauch als Zweithaar wie zur Verdeckung von Glatzenbildung war zwar nicht unüblich, stand aber nicht im Vordergrund – es war Schmuck, Statussymbol und hatte auch eine erotische Wirkung. Außerdem waren kurzgeschorene Haare hygienischer, da sich so nicht so leicht Läuse einnisten konnten und die Perücke einfacher zu pflegen war als das eigene Haar. Beliebt waren bunte Farben wie blau, grün und rot, als am edelsten aber galt eine blonde oder gar mit Goldstaub behandelte Perücke, da Gold als Farbe der Götter galt. Die Perücken wurden in Form gehalten mit Bienenwachs.

Auch im antiken Griechenland war der Einsatz von Perücken als Haarersatz eher untergeordnet. Opulente Perücken mit aufwändigen Frisuren waren wertvoller Schmuck für die Reichen und Mächtigen, sie hatten eine ehrfurchtsgebietende Wirkung und fungierten auch hier als Statussymbol. Die beliebte Lockenpracht wurde mit einem Vorläufer des Lockenstabes geformt, und auch hier war blond die beliebteste Haarfarbe. Sie wurde entweder durch das Einfärben mit Safran erreicht oder man hielt sich hellblonde, nordische Sklavinen. Dass Körperhaare an sich weitgehend verpönt waren, sowohl durch Ganzkörperrasur der Priester als auch aus hygienischen Gründen, führte dazu, dass auch ärmere Leute Perücken trugen. Diese waren kürzer und bestanden aus Schafswolle.

Im Römischen Reich waren nicht nur Perücken, sondern auch kleinere Haarteile stark verbreitet. Auch die Römer favorisierten blonde Haare als Farbe der Gottheiten, für deren Gewinnung sie sich ebenfalls oftmals Sklavinnen hielten. Im Gegensatz zu den Ägyptern und Griechen legte man zunehmend mehr Wert darauf, dass die Perücke nicht als solche zu erkennen war, und färbte sie deshalb manchmal mit der Naturhaarfarbe des Trägers ein. In der Zeit des Kaisertums ging der Trend am Hofe von schlichten Frisuren hin zu auffälligen Hochsteckfrisuren, welche gerne stark einparfümiert wurden. Im Römischen Reich fanden sich auch Statuen aus Marmor, von denen man ausgeht, dass sie erste Perückenständer darstellen.

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Mittelalter bis Rokoko

Im Mittelalter kamen Perücken vorerst aus der Mode. Echtes, offenes Haar war angesagt, wollte man es verzieren, trug man Zöpfe, verschiedene Kopfbedeckungen oder Haarschmuck. Für verheiratete Frauen war es bibelbedingte Sitte, Kopf und somit auch Haare unter einer Haube zu verdecken. Perückenträgern wurde der Segen durch Handauflagen verwehrt, da Fremdhaar dafür angeblich undurchlässig war. Zur Renaissance verschwand diese Sitte wieder, Frauen durften ihr Eigenhaar wieder zeigen und kreierten Hochsteckfrisuren mit Haarteilen, Zöpfen und Schnüren. Ganze Perücken wurden vorerst nicht wieder verwendet.

BarockDies änderte sich im Barock. Ludwig der 13. brachte die sogenannte Allongeperücke in die Männer-Mode ein – eine kunstvolle, oft von Drahtgestellen gestützte Riesenfrisur (bis zu 10 Haarprachten waren in ihr verarbeitet) mit waagerechten Korkenzieher- oder Ringellocken, die vom Mittelscheitel bis zur Brust fielen und oft grau oder weiß gepudert wurden. Puder bestand über die Epochen hinweg höchstwahrscheinlich aus Kartoffel- oder Reismehl, eventuell angereichert mit Farbpigmenten oder wohlriechenden Ölen. Die Locken waren möglich durch die kürzlich entwickelte Papillotier-Technik, bei der die Haare auf kleine weiche Stäbe, sogenannte Papilloten, aufgewickelt und dann getrocknet wurden. Je nach Preis und Qualität waren sie aus Menschen- oder aber auch Tierhaar (z.B. von der Ziege), Hanf oder Flachs gefertigt. Die Perücken bekamen damit einen vollständig von natürlichen Frisuren abgekoppelten Stil. Ludwig der 14. litt unter schütterem Haar und beschäftigte seinerzeit fast 50 Perückenmacher an seinem Hof - sein Barbier soll der einzige gewesen sein, der ihn jemals ohne Perücke sah. Der König erhob die Allongeperücke 1673 zur Staatsperücke und zum Kleidungsstück, womit ihre Beliebtheit explodierte – Perücken wurden wieder als wichtiges Statussymbol angesehen. Aufgrund dessen erhob man in Deutschland eine Perückensteuer, damit der Trend der pompösen Oberschicht und den Staatsbeamten vorbehalten sein konnte – so war den Bauern und Handwerkern auch das Pudern der Perücke verboten. 1656 entstand in Paris die erste Innung für Perückenmacher, weshalb Frankreich noch heute als Mutterland der Perücken gilt. „peruque“ war ein Kunstwort aus „pilus“, dem lateinischen Wort für „Haar“. Einen weiteren Trend stellten später die Knotenperücken dar, bei denen die Haare zu einem strengen Zopf geflochten und umwickelt wurden. Bei den Frauen entstand die Mode der Fontange, eine auf vielfältige Art und Weise kreierte Kunst-Frisur aus falschen Locken und Haarteilen, die nach einer Maitresse Ludwig des 14. benannt war. Sie wurde allerdings mehr zur Alltags- als zur Hofbekleidung getragen.

Im 18. Jahrhundert, im Rokoko, verschwanden die Allongeperücken wieder aus der Mode und wurden nur noch zu Amtszwecken getragen, doch auch hier waren kunstvolle Perücken weiterhin beliebte Statussymbole für Männer und Frauen. Man ging dazu über, viele Perücken aus rohweißem Büffelhaar zu fertigen, die dann leicht mit Puder weiß, blau oder rosa gefärbt werden konnte. Puder war außerdem gut, um bei tagelang ohne Unterbrechung getragenen Frisuren Fett aufzusaugen. Die Ausgefallenheit der Frisuren erreichte ihren Höhepunkt, und deshalb ranken sich um diese Epoche die meisten Mythen. Marie Antoinette ließ angeblich die Türstöcke von Versailles abändern, da sie ohne sich zu Bücken nicht mehr passieren konnte. Durch das teilweise tagelange Tragen ohne Waschen oder Bürsten sollen Mäuse in den Perücken gelebt haben. Man spricht von Perücken, die viermal so groß wie der Kopf gewesen sein sollen, was etwa einem Meter Höhe entspricht. Damals entstanden vielerlei bildliche Dokumentationen, unter denen sich aber auch einige unerkannte Karikaturen tummeln, viele Behauptungen sind also mit Vorsicht zu genießen. Fakt ist höchstwahrscheinlich, dass die kunstvollen Gebilde bei Frauen einen Unterbau aus Wolle und Draht benötigten. Man arbeitete auch mit Fremdkörpern wie Früchten, Gemüse, Blumen und aus vielen unabhängigen Quellen ist sogar eine Frisur mit Schiffs-Modell auf der Haarpracht zur Feier eines Siegs der englischen Marine überliefert. Die Männer trugen in der Anfangszeit eine Beutelperücke, die sogenannte Bourse, bei der das Haar (ob Eigenhaar oder Perücke) bis auf einige das Gesicht umrahmende Locken in einen schwarzen Taftbeutel gesteckt wird, später kam noch die Zopfperücke auf - der Zopf wurde mit schwarzem Band umwickelt, in Bewunderung für das preußische Militär und den Alten Fritz. Zu Ende kamen dann die typischen glänzenden Frisuren, die ein oder zwei eingedrehte Rollen an der Seite involvierten, wo die Perücke am Kopf befestigt wurde, in Mode. Daneben kamen noch weitere Trends auf, wie die kurzen Stutzperücken von Reiseleuten oder kleine im Nacken zusammengebundene Perücken der französischen Armee. Und auch bei Männern soll es zu Ende des Rokoko Turmfrisuren gegeben haben.

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19. Jahrhundert bis heute

Während sich die Mode unter Napoleon kurzzeitig wieder der Schönheit des natürlichen Haars zuwandte und Perücken lediglich noch von den Männer als Bestandteil der Amtstracht, zum Beispiel der Rechtspflege, aufgetragen wurden, wurde diese Bewegung schon bald wieder vom geschlechterübergreifenden Trend der pomadierten Locken abgelöst. Viele Frisuren orientierten sich an Überlieferungen aus der Antike, speziell an Griechenland und jenen opulenten Hochsteckperücken aus Locken. So kamen die ersten, noch unausgereiften und schwierig zu handhabenden Dauerwellentechniken auf, wobei man wie auch heute noch mit Wicklern oder speziellen Geräten arbeitete. 1872 wurde das heute nicht mehr praktizierte Ondulieren erfunden, wobei man die Haare über ein heißes Eisen zog oder in eine Brennschere presste und damit eine Welle formte. Haarteile waren besonders bei den Frauen der Biedermeierzeit angesagt, die sie in ihre Lockenfrisuren einbrachten um mit Schnüren kunstvolle Gebilde aus Schlaufen auf ihren Kopf zu zaubern.

Kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Perücken mehr und mehr als Amtstracht erkannt, doch nach der Kurzhaarwelle in den zwanziger Jahren gewannen Perücken in den sechziger Jahren im Zuge der toupierten Mode auch im Privatbereich wieder an Bedeutung. So nahm die Industrialisierung der Perückenherstellung an Fahrt auf und das erste brauchbare synthetische Haar wurde auf den Markt gebracht. Frauen gerieten nicht länger unter Verdacht, kahlköpfig zu sein oder syphillische Abstammung zu haben, ein Vorurteil, dass zum Wechsel in das 20. Jahrhundert aufgekommen war. Trotz allem werden die hochwertigsten Perücken noch heute in Handarbeit geknüpft. Das New Yorker Branchenbuch brauchte 1970 13 Seiten, um alle Perückenmacher der Stadt aufzuzählen.Trend heute

Heutzutage sind die Perücken wesentlich leichter und komfortabler als historische Perücken und weisen eine höhere Qualität auf. Sie sind so gefertigt, dass sie von eigenem Haar nicht mehrzu unterscheiden sind. Innerhalb der letzten Jahrzehnte sind der Forschung hochmoderne, langlebige Kunsthaarfasern entsprungen, die alle möglichen Farben offerieren und mit denen sich feste Frisuren formen lassen, und die Möglichkeiten zur qualitativen Verarbeitung von Echthaar haben sich vervielfacht. Pompöse Perücken und Haarteile kommen nur noch bei künstlerischen Medien oder bei Modenschauen zum Einsatz. Frisuren müssen als oberstes Gebot so aussehen, als wären sie aus natürlichen Haaren geformt, was gelegentliche ausgefallene Trends wie knallige Farben oder Haarteile zum Auffüllen der Frisur nicht ausschließt. Der gesundheitliche Aspekt des Perückentragens hat in den meisten Fällen die höhere Wichtigkeit, jedoch erwarten alle Kunden einen nicht nur qualitativen, sondern auch modischen Haarersatz.

Einige Anleihen aus der Geschichte der Perücken lassen sich auch heute noch finden. Richter und Parlamentarier im Vereinigten Königreich tragen beispielsweise immer noch Allongeperücken als Teil ihrer Berufskleidung. In Japan tragen Geishas seit den sechziger Jahren Echthaarperücken, sogenannte Katsuras, im orthodoxen Judentum haben sich bei verheirateten Frauen, die ihr Haar verbergen müssen, aus wahrscheinlich modischen Gründen Perücken, sogenannte Schaitel, statt Kopftücher durchgesetzt. 

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